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Praxis für Hypnotherapie
Dr. med. Jörg Niggemann



Fragen und Antworten

Was ist Hypnose?

Die Hypnose ist ein tiefer Entspannungszustand, in dem Sie einen Traum erleben, den Sie selbst erzeugen.
Entweder haben Sie vorher bewusst entschieden, worum es gehen soll, oder Sie lassen einfach geschehen, was da von alleine aus dem Unterbewusstsein kommt. Sie können sich einfach diesem Erlebnis widmen. Der Hypnotiseur übernimmt das Steuern genau entsprechend der vorherigen Absprache, indem er kleine Regie-Anweisungen gibt oder Fragen stellt. Hat ein Kino- oder Fernsehfilm vielleicht Ihre Stimmung noch über Tage hinweg beeinflusst, oder Sie sogar zu einer Veränderung Ihres Verhaltens angeregt? Durch die Hpnose können Sie sich selbst dauerhaft verändern.

Kann ich hypnotisiert werden?

Haben Sie sich schon einmal so auf einen Film eingelassen, dass Sie ganz „eingetaucht“ sind? Haben Sie den Atem angehalten, wenn es gefährlich wurde, waren Sie traurig oder ärgerlich oder erleichtert oder froh? Dann waren Sie schon in Hypnose. Die Hypnose beim Hypnotiseur hat den Vorteil, dass Sie selbst den Inhalt bestimmen. Und der Film findet natürlich komplett in Ihrem Kopf statt.

Verliere ich die Kontrolle?

Sie werden wahrscheinlich sehr intensive Erlebnisse haben. Auch im Kino weinen manche Menschen sogar. Und wenn Sie sich selbst schon einmal einen Kino- oder Fernsehfilm eingelassen haben, so waren Sie sich während des ganzen Films im Hinterkopf bewusst, wo Sie sind, und dass das was Sie sehen ein Film ist. Sie hätten jederzeit aufstehen und aus dem Kino gehen können (oder den Fernseher ausschalten) wenn Sie das gewollt hätten. Und natürlich wissen Sie - wie im Kino auch - während der Hypnose immer, wo Sie sind und könnten jederzeit ausschalten und aufstehen.
Aber typischerweise gehen Sie ja ins Kino, weil Sie sich auf den Film einlassen wollen - und genauso in der Hypnose.

Muss ich alles erzählen?

Nein.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten des "verdeckten Arbeitens". Bei der verdecktesten Stufe wissen Sie nicht einmal selbst, woran Ihr Unterbewusstsein gerade arbeitet. Genauso, wie Sie sich manchmal an Ihre Träume entweder gar nicht erinnern oder sie nicht verstehen - und doch hat Ihr Unterbewusstsein eine Menge getan. Bitte lesen Sie auch das Kapitel über verdecktes Arbeiten.

Was ist, wenn ich weine?

Manche Menschen weinen auch im Kino. In der Hypnose ist Weinen eine natürliche und willkommene Art des Loslassens. Unter Hypnotiseuren wird das "Abreaktion" genannt. Die Praxis ist ein sicherer Ort. Hier können Sie wirklich loslassen. Der Therapeut unterstützt Sie durch seine Gegenwart und seinen Zuspruch. Einige Menschen zeigen auch andere Gefühlsreaktionen, z.B. Wut (und schlagen Sie bitte nicht den Therapeuten - ich habe ein Kissen für Sie, das Sie schlagen können. Das kann wirklich sehr erholsam sein!).

Was bezahlt die Krankenversicherung?

Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt die Behandlung bei mir nicht.
Private Versicherungen erkennen Hypnose nicht als "Regelbehandlung" an. Sie können sich bei Ihrer Versicherung nach den Möglichkeiten einer Erstattung erkundigen.


Behandlungsablauf

Die hypnotherapeutische Behandlung in meiner Praxis gliedert sich in ein Vorgespräch, eine Gesprächssitzung sowie mehrere Hypnosesitzungen.

Das Vorgespräch (15 min)

Das kostenlose telefonische Vorgespräch dient der ersten Orientierung, ob die von mir angebotene Form der Hypnotherapie für Sie richtig ist.

Die erste Sitzung (60 min)

Die erste Sitzung ist ein ausführliches Gespräch, in dem Ihre Geschichte, die Sie mit Ihrem aktuellen Anliegen haben, Ihre bisherigen Strategien, Ihre Ziele und Ihre persönlichen Möglichkeiten eingehend besprochen werden. Ich werde Ihnen die verschiedenen Optionen der hypnotherapeutischen Behandlung erläutern, und wir werden eine Strategie vereinbaren und einen Behandlungsvertrag abschließen (Sie können den Vertrag auch erst einmal mitnehmen und dann zum ersten Behandlungstermin mitbringen).

Die Therapiesitzungen (in der Regel 60 min)

Jede Therapiesitzung beginnt mit einem Gespräch über Ihre Veränderung seit der letzten Sitzung. Bevor Sie sich in der dann folgenden Hypnose tief entspannen und Ihrem Unterbewusstsein den Vortritt lassen, können Sie, wenn Sie wollen, zuerst eine "Trockenübung" mit offenen Augen machen, in der Sie den Ablauf der Hypnosesitzung genau kennen lernen.
In der Hypnose selbst profitieren Sie dann davon, dass die Arztpraxis ein besonderer und sicherer Raum ist, in dem Sie in innerlich immer größerer Entfernung von Ihrem Alltag sich ruhig und gelassen ganz auf Ihr Inneres konzentrieren können. Mit jeder Sitzung werden Sie immer schneller in diesen wunderbaren Zustand der Ruhe gehen und immer leichter alles früher Belastende loslassen können.

Hausaufgaben

In den Sitzungen lernen Sie auch, wie Sie sich selbst in einen Zustand der leichten Trance bringen und daraus gestärkt wieder aufwachen können. Ihre Aufgabe wird sein, dies zu einer festen Zeit möglichst jeden Tag zu tun, mit der Konzentration auf ein Thema, das in der jeweiligen Sitzung besprochen wird.

Risiken und Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen bestehen bei der von mir angewandten Art der Hypnose nicht.
Es kann allerdings sein, dass Sie direkt nach einer Situng noch etwas Erholung brauchen, ähnlich wie nach einem anstrengenden körperlichen Training. Sorgen Sie also am besten dafür, dass Sie noch ca. 30 Minuten Zeit für sich selbst haben. Das ist in München ja kein Problem: Die Zeit in der UBahn oder Tram reicht dafür völlig aus.


Arbeitstechniken

Entspannung

Grundbestandteil jeder Hypnosesitzung ist natürlich die Entspannung. Dazu gehört als erstes, dass Sie in der Arztpraxis in einem besonderen Raum sind, nicht erreichbar, weit weg von und geschützt vor allem was Ihnen vorher Stress verursacht hatte. Hier sind Sie sicher. Sie liegen in einem bequemen Sessel, und in der Hypnoseeinleitung lassen Sie sich in diesen angenehmen Zustand führen, der es Ihrem Unterbewusstsein ganz leicht macht, alten Ballast loszuwerden und neue Fähigkeiten zu entdecken. Insbesondere für die körperliche Heilung ist diese Entspannung ganz wesentlich.

Unterstützende und aufdeckende Verfahren

Grundlage vieler Verfahren der Psychotherapie ist die Vermutung, dass das aktuelle Problem von Erlebnissen in der Vergangenheit (typischerweise der frühen Kindheit) beeinflusst wird.  Wir wollen erreichen, dass dieser Einfluss kleiner wird, d.h.
die Vergangenheit kann meine Gegenwart beeinflussen, aber nicht bestimmen
Hierzu hat man zwei Möglichkeiten:

  • Man geht in die Kindheit zurück und schwächt die Erinnerung an das Erlebnis ab, dadurch dass man es aus der jetzt sicheren Perspektive des Erwachsenen noch einmal wie im Kino ansieht und die damit verbundenen Schmerzen endgültig loslässt. Das heißt aufdeckendes Verfahren: das Erlebnis wird bewusst gemacht und benannt.
  • Man entscheidet sich: Ich will mein Verhalten ab jetzt selbst bewusst bestimmen ohne dass ich mich mit der Ursache beschäftige. Dies wird durch unterstützende Hypnoseverfahren gefördert.

Natürlich kann man beide Verfahren kombinieren.

Verdecktes Arbeiten

Ausser natürlich bei den aufdeckenden Verfahren müssen Sie dem Hypnotiseur nicht einmal immer genau erzählen, worum es geht. Wir können ein Symbol vereinbaren, z.B. "roter Ball", und Sie erzählen z.B. von Ihrer Angst vor dem roten Ball und wir arbeiten daran, und dabei wird Ihre Angst tatsächlich verschwinden - egal worauf sie sich vorher bezogen hatte.
Vielleicht will Ihr Unterbewusstsein nicht einmal Ihrem bewussten Verstand mitteilen, worum es geht - das ist ja im Traum auch meistens so. Es kann also sein, dass in Ihrem hypnotischen Traum ein bedrohlicher roter Ball vorkommt und Sie selbst nicht wissen, was der bedeutet. Auch dann werden wir aus dem Ball die Luft herauslassen, und Sie werden sich hinterher frei fühlen. Vielleicht merken Sie erst einige Zeit später, dass Sie ja plötzlich gar keine Angst mehr haben vor großen Hunden, dem Chef, dem Fliegen - was auch immer es war.

neurophysiologische Verfahren - Das Stresszentrum beruhigen

Die beiden hier vorgestellten Verfahren sind auf völlig unterschiedlichem Hintergrund in den USA entwickelt worden. Beide haben das Ziel, das Stresszentrum des Gehirns zu beruhigen. Beim "Tapping" geschieht das durch Klopfen auf Nerven-Triggerpunkte, beim "Havening" durch Streichen über bestimmte Hautpartien. In beiden Fällen beschreibt man zunächst sein Anliegen und nimmt sich ausdrücklich vor, an einem konkreten Problem zu arbeiten.

"Tapping"

Beim "Tapping" (leichtes Klopfen) klopft man auf Nervenpunkte im Gesicht, unter den Armen und auf dem Kopf. Dies hilft, die Sorgen oder Schmerzen überhaupt auszusprechen. Nach mehreren Runden kommen immer wieder andere Gefühle oder Gedanken zum Vorschein, die während des Klopfens wiederholt ausgesprochen werden und so verschwinden und immer positiveren Gedanken und Gefühlen Platz machen.

"Havening"

Während man beim Havening die Stirn, die Wangen und die Arme auf bestimmte Weise mit mäßigem Druck streicht, zählt man rückwärts oder lenkt den Verstand auf andere Art ab. Dies erzeugt eine Situation, in der der Verstand sich um das jeweilige Problem nicht kümmert, und das Stresszentrum ebefalls "keine Gefahr" signalisiert. In dieser Situation kann nun auch das Unterbewusstsein die Gedanken oder Erinnerungen neu als "neutral" einordnen.

sofortige Schmerzreduktion

Oft sind Schmerzen so stark oder irritierend, dass die für eine Hypnose typische tiefe Entspannung gar nicht möglich ist. In diesem Fall helfen die genannten Techniken: Die Beruhigung des Stresszentrums vemindert die Stress-Komponente des Schmerzes und damit dessen Intensität. Schon bei der ersten Sitzung werden Sie merken, dass der Schmerz sich verändert. Sie werden diese Technik lernen und regelmäßig selbst anwenden.


verschiedene Traumreisen

Krieger Siedler und Nomaden

Grundlage dieses Verfahrens ist die Vorstellung, dass jeder Mensch drei „archetypische“ Persönlichkeitsanteile hat, die man „Krieger“, „Siedler“ und „Nomade“ nennt. Es ist hier unerheblich, ob das „tatsächlich“ so ist. Das Unterbewusstsein teilt sich gern in Bildern, Metaphern und Geschichten mit, und diese Vorstellung ist nur der Anfang einer Geschichte, die Ihr Unterbewusstsein erzählen wird. Und da diese Geschichte auf Ihre persönliche Entwicklung wirkt, ist sie dann ihre persönliche „Wirklichkeit“. Der Krieger in uns ist für das Planen, das Durchhaltevermögen, die Sicherheit, Zielstrebigkeit und ähnliches zuständig. Der Siedler ist für Zusammenhalt, Geselligkeit, Häuslichkeit, Fürsorge zuständig und der Nomade für Unabhängigkeit, Spontaneität, Flexibilität, Lebensfreude und Humor. In Ihrem inneren Kino werden Ihnen diese Persönlichkeitsanteile als Personen begegnen. Sie selbst werden entdecken, wie die drei aussehen, das ist nicht vorgegeben. Es müssen auch nicht unbedingt Männer sein, ja nicht einmal Menschen – auch Tiere oder Fantasiefiguren (Feen z.B.) können diese Rollen erfüllen. Ziel dieses Verfahren ist, die eigenen Persönlichkeitsanteile hervorzulocken (vielleicht kommen nicht alle sofort), und sie zu einer guten Zuammenarbeit zu führen. Wissen Sie schon, dass Sie einen der drei Bereiche stärker entwickeln wollen? Freuen Sie sich auf Ihre Archetypen!

Rückführung in ein früheres Leben

Auch hierfür ist es unerheblich, ob Sie tatsächlich ein früheres Leben gelebt haben. Die Vorstellung eines früheren Lebens ist eine weiterer Rahmen, den Ihr Unterbewusstsein mit einer Geschichte füllen wird – entweder mit einer tatsächlichen Erinnerung oder mit einer in dem Moment erfundenen Geschichte. Entsprechend der Vereinbarung, dass es sich hier um eine „Erinnerung“ handelt, wird der Hypnotiseur nur sehr wenig eingreifen. Wenn die Erzählung stockt, wird er nur Fragen stellen wie „wer war noch da?“ oder „was geschah dann?“ Diese Erinnerungen sind nicht immer angenehm, aber immer spannend und immer lehrreich. Sie werden viel über sich selbst erfahren. Obwohl Sie bei der Rückführung Ihre Geschichte laut erzählen, kann auch dies eine Art verdeckte Arbeit sein. Wenn Ihr Unterbewusstsein ein Thema bearbeiten möchte, das es aber nicht direkt dem bewussten Verstand zugänglich machen möchte, so kann es sein Thema hier in eine Ersatz-“Erinnerung“ verpacken und auf diese Weise bearbeiten. Der therapeutische Effekt des Loslassens ist derselbe.

Die Begegnung mit dem späteren Selbst

In Ihrem inneren Kino können Sie auch einen Film von Ihrer eigenen Zukunft sehen. Sie werden sich selbst sehen in einer Zeit, in der Sie Ihr aktuelles Problem schon längst überwunden haben. Dann gehen Sie in den Film hinein, und sprechen mit Ihrem älteren Ich. Lassen Sie sich beschreiben, wie das alles aus einigen Jahren Abstand aussieht, und fragen Sie nach einem Rat.

Traumreisen, die direkt zur Behandlung von Schmerzen gehören, sind dort beschrieben.