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Praxis für Hypnotherapie
Dr. med. Jörg Niggemann



In wenigen Schritten frei von Angst

Ängste haben durchaus ihren Sinn, sie schützen den Menschen, wie Sie sicher wissen. Wenn Ängste jedoch das Leben beschwerlich machen, ist es eine gute Entscheidung, mutig nach Befreiung zu suchen. Hypnosetherapie ist ein sehr sanfter Weg, um Ängste zu verlieren und schlicht hinter sich zu lassen.


Schritt 1: Sicherheit aufbauen

Diese Übung gibt Ihnen die Möglichkeit, in jeder Situation schnell ein Gefühl der Sicherheit zu erzeugen.
So können Sie mit Vertrauen in die folgenden Übungen gehen.

Traumreise: Der sichere Ort

In einer Traumreise entdecken Sie ihren speziellen Ort, an dem Sie sich ganz sicher fühlen. Sie können ihn ausgestalten, mit Wächtern, mit Schutzzauber, was auch immer Sie brauchen. Dann verstärken Sie das Gefühl der Sicherheit und "verankern" es mit einer Berührung: Wann auch immer Sie diese Berührung wiederholen, wird das Gefühl der Sicherheit wieder verfügbar sein.


Schritt 2: Die Angst verlieren

Ein sanfter Weg mit Symbolen

Manche Menschen haben eine so starke Angst, dass selbst das Benennen des angstmachenden Gegenstands oder Umstands unerträglich ist. Deswegen können wir mit Symbolen und Codewörtern arbeiten. Sie erfinden ein Wort z.B. "klak", und geben ihm eine Form, z.B. "spitzer Stein".

kleine Schritte

Sie stellen sich das "klak" in einem Abstand vor, der für Sie gerade noch erträglich ist. Handelt es sich um einen Gegenstand oder ein Tier, so frage ich also: "Stellen sie sich vor, das 'klak' ist auf dem Mond. Ist das erträglich?" Dann folgen Amerika, England, am Horizont gerade eben sichtbar etc, bis Sie 'Stop' sagen.

Handelt es sich um ein Ereignis, so beginnen wir etwa mit "Sie sehen einen Film, in der eine Person einer anderen über ein Buch erzählt, in dem beschrieben ist wie jemand ein Kinoplakat sieht, auf dem ein Film mit 'klak' angekündigt wird" - und nähern uns wieder schrittweise an.

Wichtig ist immer: Sie bestimmen den Abstand und die Schrittweite selbst

Die Lösung der Angst

Durch sanftes Klopfen oder Streichen auf der Stirn, an den Wangen und an den Armen wird das Stresszenrum des Gehirns (der "Mandelkern") beruhigt. Das beruht auf Nervenverbindungen und funktioniert immer. Sie lernen, diese Berührungen selbst durchzuführen. Zudem wird der Verstand abgelenkt, in dem man z.B. rückwärts zählt.

Nun haben Sie also die Vorstellung von 'klak' (im gehörigen Abstand) aus der Schublade "gefährlich" herausgeholt und direkt vor sich.
Das Stresszentrum aber reagiert nicht, der Verstand sagt auch nichts dazu, also sortiert das Unterbewusstsein diese Vorstellung neu in die Schublade "ungefährlich" ein.

Den Vorgang wiederholen wir, bis die Vorstellung deutlich erträglicher geworden ist.
Dann wiederholen wir den ganzen Prozess mit der nächsten Annäherungsstufe.

Selbst eine früher starke Angst oder Phobie lösen Sie so in selbst bestimmten Schritten sicher auf.


Schritt 3: Sicherheit für die Zukunft

Wiederholung: Der Sicherheits-Anker

Das Ergebnis der ersten Traumreise wird noch einmal gefestigt. Sie lernen, sich auch in schweirigen Situationen sicher zu fühlen.

eine Traumreise in die Zukunft

In einer erneuten Traumreise erleben Sie nun ihr zukünftiges Leben ohne Angst. Auch eine Begegnung mit dem was Sie früher "klak" genannt hatten kommt in dieser Traumreise vor, und das wird Ihnen nicht einmal besonders auffallen. Sie fühlen sich frei und sicher.


Variationen

Oft ist das oben beschriebene ausführliche Vorgehen gar nicht nötig. Es gibt viele kleine "Tricks", mit denen man eine Angst spontan lösen kann.

Die Angst umdrehen

So hatte z.B. meine damals drei Jahre alte Tochter Angst, auf einem Klettergerüst weiter zu klettern. Ich habe ihr, während sie noch dort stand, erklärt, wie sie das Angstgefühl einfach umdrehen kann. In den folgenden Jahren ist sie dann auf jedes erreichbare Klettergerüst oder Baum geklettert, je höher desto lieber, und ich musste meine eigene Angst umdrehen - sie hatte keine mehr.

Es gibt noch viele weitere kleine Techniken, die je nach Art der Angst (Tiere, Tätigkeiten, Höhe, Fliegen etc) besonders wirkungsvoll sind.

Trauma oder Burnout

Angst kann auch ein Symptom einer Posttraumatischen Belastungsstörung oder eines Burnout sein.
Sollte sich dies herausstellen, können wir nahtlos in die entsprechende Therapie wechseln.